Egon war ein Modelleisenbahner der ersten Stunde und fasziniert von Technik.

Er war lange Jahre Chef des ortsansässigen Modellbahnclubs und beschaffte über sein Ladengeschäft alles, was der Club benötigte. So kam er dazu, Modellbahnen in sein Verkaufssortiment aufzunehmen. Das entwickelte sich prächtig und Egon gelangte zu einer gewissen Berühmtheit in der Branche: seine Auftritte auf der Nürnberger Spielwarenmesse, garniert mit manchmal recht derben Scherzen, waren bei den ausstellenden Firmen legendär und gefürchtet.

In der Vorweihnachtszeit baute Egon komplette Modellbahnanlagen für seine Kunden und er war auch am 1. Weihnachtstag für Notfälle erreichbar. Er baute Fleischmann 55er mittels Günther-Bausätzen dutzendweise zu 56ern um. Er führte neben Märklin, Fleischmann und Co. als einer der Ersten das komplette RÖWA-Sortiment; ebenso wie die Kleinode von Fulgurex, Tenshodo und Metropolitan. Alle reklamierten Startpackungen von Piko aus der DDR, die im Quelle-Katalog bestellt werden konnten, landeten in seiner Werkstatt zur Reparatur. Er verschickte seine Modelle weltweit und kaufte weltweit ein.

Egon erstellte seine Prospekte und Angebotslisten im firmeneigenen Grafik-Bereich und druckte sie auch. Hierbei probierte er auch immer wieder Neues aus. Dabei entstand das Bild vom Signal, das jahrzehntelang am Eingang zu seinem Geschäft hing.

Egon hat seine letzte Reise schon lange angetreten und das Modellbahngeschäft ging – wie überall – stark zurück. Im letzten Jahr wurde es ganz eingestellt und das Bild mit dem Signal wurde abgehängt.

Ich habe es an mich genommen und in meinem Eisenbahnzimmer hat es einen neuen Platz gefunden.

Es erinnert mich immer an einen väterlichen Freund und begeisterten Modellbahner: Egon.