Auf meiner Anlage war eine Gleisverbindung mit 2 Lenz-Weichen (mit eingebautem Antrieb) defekt. Also musste ein Austausch her. Aus Interesse an den neuen Lenz-Peco-Weichen habe ich dabei keine fertig angetriebenen eingesetzt, sondern die neuen Handweichen, ausgestattet mit einem Viessmann-Antrieb.

Nachdem die alten Weichen raus waren und der Untergrund erneuert war, habe ich probehalber die neue Weichenkombination an die vorhandenen Gleisanschlüsse gelegt:

Für mich stellt das keinen Beinbruch dar, da ich die Zufahrten noch versetzen kann. Aber man sollte wissen, dass die Geometrie offensichtlich nicht 100% deckungsgleich ist zwischen alt und neu.

Waren die Schienenverbinder beim alten Lenz-Gleis vielleicht zu leicht abziehbar, so sind sie jetzt brutal fest angenietet.
Hier ist beim Abziehen höchste Vorsicht geboten. Ohne vollständige Zerstörung des Verbinders geht es nicht ab. Ich hatte Glück und die Weichen blieben heil.

Nachdem Einbau der beiden Weichen zeigten erste Rollversuche, dass es beim Überfahren genauso rumpelt wie bei den alten Weichen!
Es stellte sich heraus, dass die Herzstücke geringfügig höher waren als die umgebenden Schienen. Hier stiess jedes Rad an und musste aufsteigen. Dadurch schaukelte der ganze Wagen und das Fahrgeräusch war entsprechend.

Da ich pragmatische Lösungen liebe, habe ich die Herzstücke mit der blauen Schleifscheibe von Proxxon behandelt (vorsichtig!) und das Problem war beseitigt. Nun läufts prima!

Viessmann-Weichenantrieb

Viessmann-Weichenantrieb

Als Antriebe für die Weichen habe ich von Viessmann den Artikel 4560 gewählt, da dieser ausdrücklich „für alle Spurweiten“ verwendbar ist.

Der Einbau war einfach:
Die kleine Feder in der Weiche, welche die Zungen in der jeweiligen Endlage fixiert, wird entfernt. Das geht ohne weitere Beschädigung und ist reversibel.
Vom Peco-Handantrieb habe ich die Stellstange an der Stellschwelle belassen und von der Vielzahl der beigefügten Adapter von Viessmann habe ich den Federstahldraht eingesetzt.
Dieser greift in die Löcher der Stellstange und führt diese damit ihrer namensgebenden Bestimmung zu: Sie stellt die Weiche um.

Hier zwei Bilder von den Endstellungen. Man erkennt am jeweils gebogenen Stelldraht, dass hier ein guter Anpressdruck vorliegt:

Der Stellweg des Antriebs ist mindestens doppelt so groß als er hier gebraucht wird. Aber wenn er beim Probeschalten 3x an der gleichen Stelle blockiert wird, „lernt“ er das und schaltet nur noch so weit, wie es nötig ist, damit er keinen Schaden nimmt – eine praktische Lösung.

Der Antrieb hat einen Dekoder mit Railcom-Funktion. Der versteht DCC und Motorola. Ausserdem funktioniert er auch analog.

Der Antrieb ist sehr flach und ragt nicht über die Schwellenhöhe hinaus. Das Betriebsgeräusch ist angenehm leise und die Schaltdauer liegt bei ca. 1,5 Sekunden.