Im Mai 2016 hat die Fa. Bünnig den von mir lange erwarteten Bausatz des 2-ständigen Lokschuppen ausgeliefert. Nach Sichtung der Einzelteile und erstem Zusammenstecken kann ich nur sagen: Das Warten hat sich gelohnt!

Trotz der imposanten Grundfläche von 607mm x 257mm ist er sehr fein detailliert:

Es gibt den Schuppen auch in kürzerer Ausführung mit 4 Seitenfenstern oder auch ohne Untersuchungsgruben.

Die Untersuchungsgruben

Hier ein Bild nach Lackierung und Montage:

Der Clou an den Gruben ist die realistische Beleuchtung in den Seitenwänden. Hier eine Gesamtansicht:

In jeder Grube sind auf beiden Seiten je 5 Beleuchtungen (LED) untergebracht:

Nach Montage und Lackierung der Innen- und Aussenwände sowie des Bodens stellt sich der Lokschuppen so dar:

Zunächst ein Gesamtüberblick:

Frontalansicht mit den beiden Einfahrten. Die Abdeckbögen über den Toröffnungen fehlen noch, da zunächst die Messinglager der Tore eingesetzt werden müssen.

Aussenansicht:

Innenansicht:

Aussenseite der Seitentür
Innenseite der Seitentür

Fenster und Tore

Zuerst wurden die 11 großen Fenster zusammengebaut und eingesetzt. Dabei war die kniffligste Arbeit das Aufkleben der inneren und äußeren Gitter auf die mittige Kunststoffscheibe, ohne Klebepatzer zu erzeugen. Da ich einen wasserlöslichen Klebstoff verwende, können kleine Ausrutscher vorsichtig wieder abgewaschen werden. Das kreisrunde Fenster über den Toren wurde auf die gleiche Weise erstellt.

Alle Fenster sind mit beweglichen Klappfenstern vorgesehen. Da ich dies später nicht darstellen wollte, habe ich auf den zusätzlichen Arbeitsaufwand verzichtet und die Klappfenster fest eingeklebt.

Montage der Fenster. Das rechte Fenster ist fertig. Die anderen 10 sind einseitig mit dem schwarzen Gitter beklebt und tragen rückseitig noch die hellblaue Schutzfolie.

Die Fensteröffnungen der Aussenwände sind geringfügig kleiner als die der Innenwände. Dadurch passen die fertigen Fenster exakt bündig an ihren Platz. Ich bin immer wieder fasziniert, wie exakt die Einzelteile des Bausatzes zusammenpassen.

Die 4 Torflügel sind ähnlich aufgebaut wie die Fenster, nur mit mehr Teilen.
Tragendes Element ist die klare Kunststoffplatte, die eigentlich nur im oberen Bereich der Tore zu sehen ist. Beidseitig wird ein hauchdünnes Holzfurnier aufgeklebt und darauf die schwarze Eisenprofile- und Gitterimitation.

An der Scharnierseite der Kunststoffplatte ist eine kleine Nut eingefräst, in die ein Federstahldraht geklebt wird, der oben und unten übersteht und damit das Tor drehbar in der Wand hält. Wenn man den unteren Überstand lang genug belässt, kann man daran unterhalb der Grundplatte einen motorischen oder Servo-Antrieb befestigen.
Ich habe darauf verzichtet.

Die fertigen Tore setze ich erst ganz zum Schluß ein – dann wird auch der bogenförmige Klinkerfries über dem Tor eingeklebt. Er fixiert das obere Ende der Drehachse. Die Aufnahmeöffnung dafür ist auf den Bildern gut zu sehen.

Das Dach

Alle Teile der aufwändigen Dachkonstruktion werden mit Holzbeize behandelt. Die trägt nicht auf, ergibt einen vorbildgetreuen Farbton und lässt die Holzstruktur erkennen.
Zuerst werden die 4 Hauptträger zusammengeklebt und in die entsprechenden Aussparungen in den Wänden gesteckt. Da ich das komplette Dach abnehmbar belassen möchte, wird an dieser Stelle – wie überall wo das Dach mit den Wänden in Berührung kommt – kein Kleber eingesetzt. Darauf werden die 2 von vorne bis hinten durchlaufenden Langträger geklebt.

Jeweils 2 Dachbalken werden schon als Winkel angeliefert, die am unteren Ende Auflage und Arretierung für die Befestigung in den Mauern haben.
Bevor ich diese einsetze, werden die Aufsätze für die Montage des Dachaufsatzes, der sog. Laterne aufgeklebt.

Die Seitenwände der Laterne werden ebenfalls wieder gebeizt. Lediglich die Fensterrahmen werden schwarz lackiert. Nachdem die Scheiben eingesetzt sind, können die beiden Seitenflächen eingeklebt werden. Nun hat das Dachgerüst schon eine ausreichende Stabilität um als Ganzes vom Unterteil abgenommen zu werden.

Das Dach selbst besteht nur aus 2 Platten für den unteren Teil und 2 Platten für den Laternenaufsatz.
Die werden auf der Unterseite wiederum gebeizt und auf der Oberseite mit Revell Nr. 9 (graphit-schwarz, matt) gespritzt. Das gibt gut den Farbton eines geteerten Daches wieder.

Nach dem Trocknen werden sie aufgeklebt. Über den schmalen Spalt im First wird ein kleiner Streifen Schmirgelpapier geklebt.
Während des Trocknens werden noch die Dachbalken an den Dachüberständen vorne und hinten angeklebt.

Nun wird das komplette Dach in eine große Lokliege gelegt und es kann die Innenbeleuchtung montiert werden.

Die Innenbeleuchtung

Im Bild sieht man, dass ich die 12 Lampen der Innenbeleuchtung (von Beli Beco) an den Querträgern des Daches befestigt habe. Das hatte zur Folge – wie man auch dem Bild sieht – dass 24 Kabel wirr im Gebälk herumhingen und zu bändigen , will sagen: richtig anzuschließen waren.

Dafür habe ich mir hauchdünne, 2-polige flexible Leiterbahnen besorgt und von unten auf die Balken geklebt. So konnte ich die Anschlusskabel jeder Lampe schön kurz halten und direkt am Balken anlöten. In eine der beiden Zuleitungen je Leiterbahn wurde noch der für die LEDs erforderliche Vorwiderstand eingelötet.

Anschließend wurde die Leiterbahn braun überstrichen und fällt nun nicht mehr auf:

Die Zuleitungen werden über einen sauber verlegten Draht zusammengeführt und enden in einem 2-poligen Stecker dort, wo das Dach auf der Wand aufliegt. Stecker deshalb, da ich das Dach abnehmbar haben wollte, um später eine Inneneinrichtung vornehmen zu können.

Die Zuleitung erfolgt unauffällig durch ein kleines Vierkantrohr, das in Wandfarbe weiss/grau lackiert ist.

Nach einer Funktionsprobe werden noch Regenrinnen und Fallrohre (Addie) montiert und der Schuppen ist fertig zum Einbau in die Anlage an seinen schon lange vorgesehenen Standort.

Einbau in die Anlage

Für die Untersuchungsgruben müssen 2 Ausschnitte gesägt werden. Hierzu eignet sich hervorragend eine sog. Tauchsäge.

Die Aufbau-Hilfe aus Styrodur hat nun ausgedient:

Nachdem der Lokschuppen an seinem endgültigen Standort steht, erfolgt zunächst der elektrische Anschluss. Dazu habe ich mir eine kleine Schaltplatine gebaut, auf der über einen Funktionsdekoder 3 kleine Relais geschaltet werden. Diese wiederum schalten die Beleuchtung der beiden Untersuchungsgruben sowie der Deckenbeleuchtung ein. Ein Gleichrichter wandelt den angelieferten Wechselstrom zu Gleichstrom, den die verwendeten LEDs lieber mögen.

4 Stücke Schienenprofil werden mit einem abgewinkelten Federstahldraht versehen und vor den Toren „einbetoniert“. Sie dienen dazu, die sehr leichtgängigen Tore in geöffneter Position zu halten. Diese habe dazu eine winzige Öse erhalten, in die der Draht eingehängt wird.

Zum Schluss werden die Zufahrtsgleise eingeschottert und der Zwischenraum verfüllt.

Der neue Lokschuppen ist bezugsfertig und der erste Übernachtungsgast ist da:

Zum Abschluss der Dokumentation über den Lokschuppenbau habe ich ein Video gemacht:

Damit ist das Projekt „Lokschuppen“ beendet.