Am Ende meines 5-gleisigen, unterirdischen Abstellbahnhofs ist eine 50cm lange Schiebebühne zum Umsetzen der Loks installiert. Der Betrieb soll wie folgt ablaufen:
– Lok fährt ihren Zug in das Abstellgleis
– Lok kuppelt ab und rückt auf die Schiebebühne vor
– Schiebebühne verfährt die Lok an ein freies Gleis
– Lok verlässt die Schiebebühne und fährt zurück auf die Strecke
oder
– Lok umfährt den Zug und kuppelt am anderen Ende wieder an.

Da die Schiebebühne am äußersten Ende der Anlage liegt, war der ursprünglich geplante manuelle Verschub nicht sonderlich praktikabel – ein motorischer Antrieb musste her.

Der Anforderungskatalog:
– gleichmäßige Verschubbewegung ohne Ruckeln
– exakter Stopp an den 5 Gleisanschlüssen
– Überwachung der Haltepunkte vor und auf der Schiebebühne

Der absolut spielfreie Verschub der Bühne war schon für die manuelle Version durch hochwertige, kugelgelagerte Schubladenschienen aus dem professionellen Möbelbau gewährleistet.

Als Antrieb habe ich mich für einen Spindelantrieb entschieden. Der Elektromotor überträgt seine Kraft mittels Zahnriemen auf die Spindel. Der Motor selbst wird über einen ESU-Dekoder angesteuert. So kann ich die Schiebebühne bequem von der Digitalzentrale aus steuern.

Überwachung per Video

Verschiedene Versuche zum automatischen Stopp an jedem Gleisanschluss hatten zu keinem befriedigendem Ergebnis geführt. Also beschloss ich darauf zu verzichten und auf eine rein optische Überwachung mittels Webkamera zu setzen.
Da über der Nahtstelle zwischen Abstellgleisen und Schiebebühne nicht genügend Platz zur Anbringung der Kamera ist, wurde sie am hinteren Ende montiert. Dort überwacht sie eine Skala unterhalb der Bühne mit Markierungen, die die exakte Position darstellen. Da später kein Licht an diese Stelle kommt, wurde ein Viessmann-Strahler montiert, der – ebenfalls über den Dekoder gesteuert – die Positionsnadel anstrahlt.

Eine zweite Kamera überwacht die Nahtstelle zwischen den 5 Abstellgleisen und der Schiebebühne. Hier kann man sehen, wie weit der Zug an Bühne herangefahren ist und anschließend, ob die Lok vollständig auf der Bühne steht. Dieser Bereich wird von einer LED-Leiste angestrahlt, die auch wieder vom Dekoder eingeschaltet wird.
Erste Probebetriebe sind zu meiner vollen Zufriedenheit ausgefallen. Obwohl ca. 4 Meter entfernt und unterhalb des eigentlichen Anlagenniveaus montiert, kann ich den gesamten Ablauf des Umsetzens per Monitor überwachen und betriebssicher durchführen.

Hier ein Video, das den beschriebenen Aufbau und Ablauf zeigt: